4. Juli 1990: Historisches WM-Halbfinale & Julia Roberts Durchbruch

Englands Elfer-Trauma beginnt

Fußball-Weltmeisterschaft in Italien. Deutschland und England haben sich ihren Weg ins Halbfinale erspielt. Nach einer mittelmäßigen Partie steht es durch Tore von Andreas Brehme (60.) und Gary Lineker (80.) 1:1. So geht es zum dritten mal zwischen diesen beiden Mannschaften bei einer WM  in die Verlängerung.

Als auch diese ohne Tore bleibt, kommt es zu einem dramatischen Elfmeterschießen, in dem Bodo Illgner zum Helden wird. Beim Stand von 4:4 hält die Nr.1 der deutschen Elf den Schuss von Stuart Pearce. und nachdem Olaf Thon sicher zum 5:4 verwandelt, schießt Chris Waddle den entscheidenden Ball übers Tor. Das Team von Franz Beckenbauer zieht ins Finale gegen Argentinien ein, das vier Tage später mit 1:0 gewonnen wird. Deutschland wird Fußball-Weltmeister 1990.

wm90

Das Team, das am 04. Juli 1990 auf dem Platz in Turin steht: Bodo Illgner , Klaus Augenthaler , Thomas Berthold , Guido Buchwald , Jürgen Kohler , Andreas Brehme , Thomas Häßler , Lothar Matthäus , Olaf Thon , Jürgen Klinsmann , Rudi Völler (eingewechselt: Karlheinz Riedle , Stefan Reuter).

„Azzurro“ oder „Verdammt, ich lieb dich“: Der Sound zum WM-Sommer

Matthias Reim hatte sich seit Wochen an der Spitze der deutschen Single-Charts festgesetzt. Und da die gesamte Nation (Ost wie West) diesen Schlager mitsang, sollte das auch noch einige Wochen so bleiben. Die Fußball-Songs sollten erst nach der Weltmeisterschaft, angefacht vom deutschen Triumph, Charterfolge feiern.

charts 90-07Das arg pathetische „Un‘ estate Italiana“ von Edoardo Bennato & Gianna Nannini war in der letzten Woche erst auf Platz 49 eingestiegen, bahnte sich bis Ende Juli aber den Weg auf Platz 2. Das rockig-wilde „Azzurro“ der Toten Hosen war ebenfalls in der Vorwoche eingestiegen und ging bis Ende Juli von Platz 87 auf die 23. Erfolgreicher war da „Go get the cup“ vom deutsch-amerikanischen Musiker David Hanselmann. Der simple gestrickte Song stieg bis auf Platz 4, hielt sich insgesamt zwölf Wochen in den deutschen Charts. David Hanselmann trat 2013 übrigens bei „The Voice of Germany“ auf, wo er in Runde 2 rausflog.

Das Wetter in Deutschland: Sommer auf Sparflamme

Hamburg: leicht bewölkt, 6,5 bis 18,5°C
Berlin: leicht bewölkt, 12,5 bis 20,5°C
Köln: wolkig, 10,5 bis 21°C
München: wolkig, 10,5 bis 18°C

Der erfolgreichste Kinofilm des Jahres in Deutschland: „Pretty Woman“

Pretty_Woman_SpotlightIn einigen deutschen Kinos kam es am Abend des 04. Juli 1990 zu Premieren-Vorführungen der Liebeskomödie „Pretty Woman“. Nachdem der Film bereits seit dem 23. März des Jahres in den USA zu sehen war, wurde der deutsche Kinostart auf den 05. Juli 1990 datiert. Die Liebesgeschichte um einen reichen Geschäftsmann (Richard Gere) und eine Prostituierte (Julia Roberts) spielte weltweit 463 Millionen Dollar ein und wurde der erfolgreichste Kinofilm des Jahres 1990. Frauen liebten den Film, weil er so schööööön, so witzig, so romantisch war und weil Richard Gere ja sooooo süß war. Männer freuten sich auf Julia Roberts und den silbergrauen Lotus Esprit.

Und sonst noch?

Den Fußball-Abend ins eigene TV-Programm einbetten? Das hätte am 04. Juli 1990 so aussehen können:
17:15 – 17:40h: „Tom & Jerry“, ZDF
17:40 – 18:40h: „Die Schwarzwaldklinik“, ZDF
18:45 – 19:05h: „RTK aktuell“, RTL
19:05 – 19:50h: „Glücksrad“, SAT.1
20:00 – 22:30h: „Fußball-WM GER – ENG“, ZDF
22:30 – 23:05h: „Stern TV“, RTL

Quellen: youtube.com, dwd.de, imdb.com, tvprogramme.net

2. Juli 2005: Mit Musik gegen Armut & ein letztes Duell

2016-07-02

„Macht Armut zur Vergangenheit“: Die Live 8-Konzerte

live8-1Vier Kontinente, zehn Städte, 170 Musiker, zwei Millionen Zuschauer vor Ort, zwei Milliarden am TV: „Live 8“ ging am 2. Juli 2005 als größte Musikveranstaltung aller Zeiten in die Geschichte ein. Angeleht an das Live-Aid Konzert von 1985, riefen Bob Geldorf und Bono zu einem deutlichen Zeichen an die Vertreter des G8-Gipfels, der vier Tage später in Schottland stattfand, endlich bei der Bekämpfung von Armut und Hunger in Afrika zu handeln.

In Berlin versammelten sich etwa 200.000 Menschen, um Auftritte der Toten Hosen, Söhne Mannheims, BAP, Silbermond, A-ha, Reamonn Faithless, Herbert Grönemeyer und weiteren mitzuerleben. Campino machte auch gleich zu Beginn klar: „Es ist kein Rockkonzert. Es ist eine Demonstration.“live8-2

Bis zu 700.000 Menschen verfolgten das Konzert in Philadelphia, USA. Dort traten u.a. Stars wie Destiny’s Child, Linkin Park, Alicia Keys, Bon Jovi, Def Leppard und Stevie Wonder auf. Das Hauptkonzert fand vor ca. 200.000 Besuchern im Londoner Hyde Park statt, wo mit U2, Paul McCartney, Coldplay, Annie Lennox, R.E.M., Madonna, Elton John und Sting die renommiertesten Stars auftraten. Ein Highlight gab es hier mit dem ersten Auftritt von Pink Floyd seit 24 Jahren zu sehen. Weitere Konzerte fanden in Paris, Rom, Toronto, Chiba/Japan, Moskau, Edinburgh, Cornwall und Johannesburg statt.

„We don’t want your money, we want your name!“ Mit diesem Slogan hatte Bob Geldorf für eine Petition geworben, mit der er und über 24 Millionen weitere Menschen Finanzhilfen von 25 Milliarden US-Dollar für die Entwicklungshilfe Afrika forderten. Die Regierungschefs der G8-Länder genehmigten letztendlich knapp 50 Milliarden US-Dollar sowie einen teilweisen Schuldenerlass für Afrikas ärmste Länder. Das war allerdings nur eine unverbindliche Zusage. Der wahre Erfolg von „Live 8“ war die erneute Sensibilisierung der westlichen Welt für die Probleme der Dritten Welt.

Wetter in Deutschland: Sonne & Wolken

Hamburg: Sonne und Wolken, 9 bis 24,5°C
Berlin: stark bewölkt, 14 bis 24°C
Köln: bedeckt/leichter Regen, 15 bis 21°C
München: Sonne und Wolken, 13 bis 21°C

Auftakt der „Tour de France“: Das letzte Duell Armstrong – Ullrich

Armstrong-UllrichMit dem 19 Kilometer langen Zeitfahren von Fromentine nach Noirmoutier begann an diesem Samstag, den 2. Juli 2005 die 92. Tour de France. Und nachdem der siebenmalige Tour-Sieger Lance Armstrong sein Karriereende angekündigt hatte, war klar, dass diese Tour das letzte Duell mit dem deutschen Tour-Sieger von 1997, Jan Ullrich, bedeutete.

Und schon beim Auftakt machte Lance Armstrong klar, wer auch in diesem Jahr wieder der Favorit war. Vier Kilometer vor dem Ziel überholte der US-Amerikaner Ullrich, die Medien sprachen daraufhin von einer Demütigung. Armstrong triumphierte am 24. Juli in Paris zum siebten mal in Folge, Jan Ullrich wurde nach einem starken Endspurt noch Dritter der Gesamtwertung hinter dem Italiener Ivan Basso. Die Teamwertung gewann das deutsche Team Telekom.

2012 wurden sowohl Ullrich als auch Armstrong des Dopings überführt, woraufhin beiden ihre Ergebnisse, u.a. auch die der Tour de France 2005, gestrichen wurden.

Und sonst noch?

Bein Tennisturnier in Wimbledon sahen die Zuschauer das bis dahin längste Damen-Finale auf dem Rasen von London. In einem rein amerikanischen Endspiel siegte die 25jährige Venus Williams nach zwei Stunden und 44 Minuten mit 4:6, 7:6 (7:4), 9:7 gegen Lindsay Davenport.

 

Quellen: spiegel.de, dwd.de, focus.de, rz-online.de

1. Juli 1999: Ein neuer Bundespräsident & Beckers Abschied

Der Lieblingssohn von Wimbledon

„Ich habe eben bisher meinen Beruf in kurzer Hose und Tennisschuhen ausgeübt, das wird jetzt anders.“ Trocken und endgültig verkündete der 31jährige Boris Becker nach dem vorzeitigen Wimbledon-Aus seinen Rücktritt vom Profi-Tennis.

14 Jahre nach seinem internationalen Durchbruch, dem überraschenden Wimbledon-Sieg 1985, und seinem Aufstieg zur Sport-Ikone Deutschlands legte „BBorisum Bum Boris“ also den Tennisschläger beiseite. Zwar war über ein baldiges Karriereende schon länger spekuliert worden, doch Beckers Rücktrittserklärung nur kurz nach seiner Niederlage gegen Pete Sampras schlug in der nationalen und
internationalen Sportwelt hohe Wellen. So schrieb der Daily Telegraph: „Die Royal Box gewährte die ungewöhnliche Ehre einer stehenden Ovation an einen Verlierer. Aber nur, weil der Verlierer Boris Becker hieß. Ein dreimaliger Sieger, der ein Lieblingssohn von Wimbledon war, seit er zum jüngsten Champion aller Zeiten wurde.“

Der Presse teilte Becker zwar mit, dass er sich alles genau überlegt habe, viele Pläne hätte und schon nicht in ein tiefes Loch fallen werde, doch die vielen Schlagzeilen der kommenden Jahre (Trennung von Frau Barbara, Affäre mit Sabrina Setlur, Pleite seines eigene Sportportals, …) sollten ihn eines besseren belehren. Seinen Status als Sportlegende wird er aber immer behalten.

Wetter in Deutschland: Sonne und Wolken

Der Hochsommer stand kurz vor seinem Durchbruch. Für das nahende Wochenende wurden bereits Temperaturen über 30°C angekündigt. Der 01. Juli 1999 zeigte sich jedoch noch bewölkt.

Hamburg: wolkig/trocken, 10 bis 20,5°C
Berlin: wolkig/ein paar Tropfen, 16 bis 23°C
Köln: stark bewölkt, 11,5 bis 20°C
München: leicht bewölkt, 12 bis 24°C

SpikeEin Liebesfilm aus London

Donnerstag ist Kinotag. Das war auch 1999 nicht anders. Und so startete in den deutschen Kinos an diesem Donnerstag neben „Mein großer Freund Joe“, „Dance with me“ und „Corruptor“ auch die Liebeskomödie „Notting Hill“ mit Julia Roberts und Hugh Grant. Von vielen Kritikern als „kitschig“ und „selten komisch“ beschrieben, wurde der Film von Regisseur Roger Michell zu einem der Kinoerfolge des Sommers ’99. „Notting Hill“ spielte weltweit über 300 Millionen Dollar ein und wurde in drei Kategorien für den Golden Globe nominiert. Ebenfalls erfolgreich war der Titelsong „When you say nothing at all“ von Ronan Keating, der so mit seiner ersten Solo-Single nach dem Ausstieg bei Boyzone in den Top 10 u.a. in Deutschland und Großbritannien landete. Platz 1 der Kino-Charts belegte an diesem Tag übrigens das Science-Fiction-Meisterwerk „Matrix“, gefolgt von „Die Mumie“ und „Mr. Nice Guy“.

Das neue Staatsoberhaupt

Bereits am 23. Mai 1999 wurde der damals 68jährige SPD-Politiker Johannes Rau zum achten deutschen Bundespräsidenten gewählt. Am 01. Juli trat er dann offiziell die Nachfolge von Roman Herzog an. „Jeder soll wissen, dass ich Zuversicht und Kraft aus dem christlichen Glauben schöpfe und dass ich Respekt vor allen habe, die ihr Leben auf andere Fundamente gründen. Ich will zuhören, damit niemand ungehört bleibt“, beschrieb Rau seine Vorstellung vom Amt des BundespräRausidenten. Der gelernte Verlagsbuchhändler Rau musste sich in seiner Amtszeit vor allem mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA und dem anschließenden Kampf gegen Islamisten in Afghanistan und dem
Irak auseinandersetzen. Zudem hatte er zu Beginn des neuen Jahrtausends mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Johannes Rau starb am 27. Januar 2006 in Berlin.

Und sonst noch?

Im Fernsehen liefen noch die ARD-Dauerbrenner „Verbotene Liebe“ (17:55h) und „Marienhof“ (18:25h) – beide mittlerweile abgesetzt. Neben der x-ten Wiederholung einer Folge „Eine starke Familie“ (RTL II, 18:30h) gab es mit „Mallorca – Auf der Suche nach dem Paradies“ (ProSieben, 19:00h) bereits einen Doku-Soap-Vorreiter, an den sich heutzutage niemand mehr erinnern kann.
Wer am 01. Juli 1999 das Radio einschaltete, hörte mit hundertprozentiger Sicherheit die damalige Nr.1 der deutschen Single-Charts: „Mambo No.5“ von Lou Bega. DER Sommerhit des Jahres 1999 ist bis heute ein bekannter Ohrwurm und eine der erfolgreichsten Singles in Deutschland aller Zeiten. Ganz im Gegensatz zur damaligen Nr.2 der Charts. Oder kann sich noch jemand an die „Ö la Palöma Boys“ erinnern? Oder deren Entdecker und Produzenten? Wie hieß der noch? Irgendwas mit Raab…

26. Juni 1984: Doppelter Rücktritt & teure Hightech

2016-06-26

Otto Graf Lambsdorff und die Flick-Affäre

Mit einer Anklage und einer Geldstrafe in Höhe von 180.000 DM wegen Steuerhinterziehung gegen die beiden ehemaligen deutschen Wirtschaftsminister Hans Friderichs und Otto Graf Lambsdorff (beide FDP), endete im Februar 1987 die wohl größte Parteispendenaffäre Deutschlands.

LambsdorffBereits 1981 stieß ein Steuerfahnder auf hohe Spendensummen, die der Manager des Flick-Unternehmens, Eberhard von Brauchitsch, diversen hochrangigen Politikern von CDS, CSU, SPD und FDP überwiesen hatte. Zeitgleich einher ging eine vom Bundesamt für Wirtschaft genehmigte Steuererleichteung von rund einer Milliarde DM für den Konzern. Als das Ausmaß des Spendenskandals immer größer wurde, hob der Bundestag am 2. Dezember 1983 die Immunität von Otto Graf Lambsdorff auf.

Am 26. Juni 1984 wurde eine Anklage zugelassen, woraufhin der FDP-Politiker von seinem Amt als Bundeswirtschaftsminister, das er seit 1977 ausübte, zurücktrat. Nach seiner Verurteilung wurde der in seiner Partei hoch geschätzte Lambsdorff 1988 FDP-Parteivorsitzender. Den Vorsitz gab er 1993 ab, 1998 schied er aus dem Deutschen Bundestag aus. Otto Graf Lambsdorff starb am 5. Dezember 2009 im Alter von 83 Jahren.

Wetter in Deutschland: Herbstgefühle

Hamburg: stark bewölkt, 10 bis 15°C
Berlin: stark bewölkt, 10 bis 17,5°C
Köln: gering bewölkt, 10 bis 19,5°C
München: sonnig, 10,5 bis 18,5°C

Jupp Derwall: Der Bundestrainer gibt auf

„Menschlich angenehm, aber fachlich überfordert.“
„Derwall hat sich vor klaren Anordnungen immer gedrückt.“

DerwallMit nie dagewesener scharfer Kritik von Seiten der Nationalspieler und vor allem der Boulevard-Medien wurde der deutsche Fußball-Nationaltrainer Jupp Derwall nach dem frühen Ausscheiden bei der Europameisterschaft 1984 in Frankreich angegriffen. Der Europameister von 1980 war nach einem 0:0 gegen Portugal, einem 2:1 gegen Rumänien und einem 0:1 gegen Spanien bereits in der Vorrunde gescheitert.

Eine Woche nach der Heimreise beugte sich der damals 57jährige Derwall dem Druck und gab am 26. Juni 1984 seinen Rücktritt bekannt. Knapp sechs Jahre lang hatte er die Mannschaft um Führungsspieler wie Karl-Heinz Rummenigge, Uli Stielike, Rudi Bommer und Karlheinz Förster geformt. Am Ende wurde es ihm nicht gedankt. Das Amt des Bundestrainers übernahm Franz Beckenbauer, der seine sechsjährige Nationaltrainer-Karriere 1990 mit dem WM-Titel krönte.

Und sonst noch?

Der Spiegel vermeldete, die Preise für Videorecorder seien trotz Fußball-EM unter die 1000-Mark-Schwelle gerutscht. Dafür seien Überkapazitäten und ein Preiskampf der japanischen Hersteller verantwortlich.
Gleichzeitig würde sich die Compact Disc als neuer Tonträger neben Schallplatten und Musikkassetten zunehmend durchsetzen. Bereits mehr als 70.000 Bundesbürger hätten sich seit 1983 einen „Laser-Plattenspieler“ zugelegt und 1,3 Millionen CDs gekauft. Der Preis sei mittlerweile auf 29 Mark gesunken, in Sonderangeboten gar auf 19,90 Mark.Charts 1984-06

 

Quellen: spiegel.de, dwd.de, gettyimages.org, weltfussball.de, welt.de

Aktuelles: „Früher war alles besser“ – Report über die Faszination Retro auf gamersglobal.de

Auf der Spiele-Website „gamersglobal.de“ hat der Autor Robert Bannert einen umfangreichen Report zum Thema Retro-Trends in der Spieleszene veröffentlicht. Obwohl es natürlich hauptsächlich um alte C64- und Amiga-Klassiker, Spiele-Designer-Legenden und aktuelle Remakes geht, wird in einigen Passagen des Textes auch allgemein auf den soziologischen Gedanken des Themas Retro eingegangen.
So wird erklärt, dass persönliche Erinnerungen oftmals auch mit radikaler Verklärung einhergingen. Die eigene Erinnerung betrüge einen meist und werde in einer völlig subjektiven und situativen Wahrnehmung dargestellt.
Was also bei dem einen wohlige Retrogedanken auslöst, ist für den anderen unbedeutender Schnee von gestern.

Ein sehr lesenwerter Text, unter folgendem Link:

http://www.gamersglobal.de/report/frueher-war-alles-besser

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25. Juni 2009: Eine Legende geht

2016-06-25

Der „King of Pop“ ist tot

„Wir haben einen Gentleman hier, der nicht mehr atmet, Sir. Er liegt auf dem Bett, er ist nicht bei Bewusstsein.“ Am 25. Juni um 23:26 Uhr deutscher Zeit steht fest: Der wohl größte Popstar aller Zeiten, Michel Jackson, ist tot. Völlig unerwartet, kurz vor einem groß angekündigten Comeback, stirbt der 50jährige in seinem Haus in Los Angeles. Wie sich später herausstellt an einer Überdosis eines Narkosemittels.

Moonwalk

Der selbsternannte „King of Pop“ wurde 1982 mit dem Album „Thriller“ zum Weltstar. Seine Songs, die dazugehörigen Musikvideos und Bühnenshows mit seinen legendären Tanzeinlagen stellten die Popwelt in den achtziger Jahren auf den Kopf. Sein weiterer Weg wurde von jeder Menge Skandalen begleitet. Ob seine zahllosen, teilweise verpfuschten Schönheits-OPs, Anklagen wegen sexueller Nötigung von Kindern (von denen er freigesprochen wurde), zwei überstürzten Hochzeiten und am Ende hohen Schulden. Fast konnte man Mitleid haben mit einem Mann, der scheinbar nie richtig glücklich war, obwohl er viele Millionen Menschen mit seinen einmaligen Texten durchs Leben begleitete.

In Deutschland schaffte Jackson es mit nur zwei Songs auf Platz 1 der Single-Charts („Earth Song“, 1995 und „They don’t care about us“, 1996). Zwei Stücke, die nicht unter den 14 Nr.1-Hits in den US-Billboard-Charts zu finden sind. Alle seine großen Hits schafften es in der Woche nach seinem Tod noch einmal in die Charts und bescherten den Nachlassempfängern Einnahmen, die der „King of Pop“ zu seinen Lebzeiten nicht mehr für möglich gehalten hätte.

Wetter in Deutschland: Nur im Westen Sonne

Hamburg: wolkig/leichter Regen, 15 bis 20°C
Berlin: stark bewölkt, 14,5 bis 21,5°C
Köln: sonnig, 15,5 bis 27°C
München: meist bedeckt/Schauer, 14 bis 20°C

Neu im Kino: Das dritte „Ice Age“

ice-age-3Am 25. Juni starteten gleich sieben neue Filme in den deutschen Kinos. Doch nur einer sollte erfolgreich durchstarten: „Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los“. Nach den Erfolgen der ersten beiden Teile war an einem riesigen Sommerhit allerdings nicht gezweifelt worden. Die neuen Abenteuer von Sid, Manni und Diego führten wochenlang die deutschen Kino-Charts an, „Ice Age 3“ wurde der in Deutschland erfolgreichste computeranimierte Spielfilm aller Zeiten, spielte weltweit knapp 884 Millionen US-Dollar ein. Und das, obwohl (oder weil) Scrat seine heiß begehrte Nuss wieder nicht zu fassen bekam…

Und sonst noch?

Lady Gaga belegte mit „Poker Face“ in der mittlerweile 14. Woche die Spitzenposition der Single-Charts. Die hatte die US-Sängerin am 13. März 2009 erklommen. Die Album-Charts führte am 25. Juni A-ha mit „Foot Of The Mountain“ an.

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Im Schatten der Nachrichten um Michael Jackson ging der Tod der Schauspielerin Farrah Fawcett, bekannt aus der Serie „Drei Engel für Charlie“, unter. Die Frau mit der wilden blonden Mähne starb mit nur 62 Jahren in Kalifornien an Krebs.

 

Quellen: spiegel.de, dwd.de, kinowelt.de

25. Juni 1998: Windows 98 & sieben Nächte

2016-06-25

Auf dem Weg ins Internet: Start von „Windows 98“

Der neue Look mochte Geschmackssache sein, über ein schnelleres und stabileres Betriebssystem sollte sich jedoch jeder freuen. Windows 98 stand nach längerer Entwicklungszeit als geplant (eigentlich sollte das neue Betriebssystem Windows 97 heißen) am 25. Juni 1998 in den deutschen Läden. Vorher gab es eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Kartellamt, da Microsoft den Internet Explorer als einzig möglichen Browser auf dem System etablieren wollte.

Windows-VersionenWindows 98 war kein Quantensprung wie damals Windows 95 im Vergleich zu Windows 3.1, aber es bereitete in einem Punkt die PCs dieser Welt auf die Zukunft vor: Es war verstärkt auf Internetfähigkeit ausgerichtet und eröffnete so vielen PC-Besitzern, für die bis dato das Worldwide Web Fremdland war, den Zugang zur „Neuen Welt“ (Zitat „Focus“). Auch Spieler freuten sich über die beibehaltene DOS-Kompatibilität und das etwas vereinfachte Treiber-Handling.

Rund 400 Mark kostete Windows 98 beim Start. Wer nur sein altes Windows aufrüsten wollte, musste immerhin noch 200 Mark bezahlen. Das war sicherlich ein Grund dafür, warum der Verkauf des neuen Microsoft-Produkts zunächst schleppend anlief. Bis zur Markteinführung von Windows XP im Jahr 2001 konnte Microsoft auch dank einiger Nachbesserungen aber mit dem Verkauf zufrieden sein.

Wetter in Deutschland: Gewitterfront zieht durch

Hamburg: wolkig/Gewitter: 16 bis 25,5°C
Berlin: meist sonnig, 11 bis 23,5°C
Köln: Gewitter, 16,5 bis 28°C
München: sonnig/abends Gewitter, 10 bis 26,5°C

Humor auf Insel einsam gestrandet: „Sechs Tage, sieben Nächte“Sechs Tage

„Ich sag Ihnen, wie eine Frau einen Mann rumkriegt.“
„Ja, wie?“
„Sie taucht nur auf. Das genügt. Wir Männer sind einfach gestrickt.“

„Keine Angst sie sind sowieso nicht mein Typ!“
„Und wieso? Wieso bin ich nicht ihr Typ?“
„Sie reden zuviel, sind arrogant und vorlaut, ihr Hintern ist zu flach und ihre Titten sind ne Nummer zu klein!“

Zwei Beispiele für die Wortgefechte zwischen Harrison Ford und Anne Heche in der Abenteuer-Komödie „Sieben Tage, sieben Nächte“, dem Kino-Neustart der Woche am 25. Juni 1998. Das Lexikon des internationalen Films fasst den Film perfekt zusammen: „Mischung aus Komödie und Abenteuerfilm, die mal amüsant, mal leidlich spannend die modifizierte Geschichte einer Robinsonade erzählt. Filmische Konfektionsware, weitgehend routiniert und abgeklärt in Szene gesetzt.“

Eine Nebenrolle besetzt David Schwimmer, der zu dieser Zeit große Erfolge als Ross Gellar in der US-Sitcom „Friends“ feierte. Der Film von Ivan Reitman spielte bei einem Budget von 70 Millionen US-Dollar weltweit 165 Millionen US-Dollar ein.

„Ein Captain hat einfach nicht mit den Armen rumzufuchteln und laut zu brüllen ‚Scheiße, wir verrecken hier!‘ Das schafft nicht besonders viel Vertrauen“

Und sonst noch?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich spielte Deutschland am Abend des 25. Juni 1998 im dritten Gruppenspiel gegen den Iran. Nach Toren von Oliver Bierhoff (50.) und Jürgen Klinsmann (57.) stand es am Ende 2:0. Die DFB-Elf unter Trainer Berti Vogts zog ins Achtelfinale ein, das am 4. Juli im Elfmeterschießen gegen Mexiko gewonnen wurde. Erst im Viertelfinale war nach einem desolaten 0:3 gegen Kroatien Schluss.
Diese Mannschaft stand am 25. Juni 1998 gegegn Iran auf dem Platz: Köpke – Wörns, Thon (ab 46. Hamann), Kohler – Heinrich, Helmer, Matthäus, Häßler (ab 69. Kirsten), Tarnat (ab 76. Ziege) – Klinsmann, Bierhoff

Quellen: rz-online.de, gamestar.de, dwd.de, videoload.de, imdb.com, kicker.de